Die Empresa Trans 6 de Junio ist nicht zu empfehlen. Der Bus ist nicht von ihnen, sondern von der Manco Kapac (vermutlich mit Kapazitaetsengpass zu uebersetzen). Er hat bei der Abfahrt eine Stunde Verspaetung und erhaelt beim Zwischenhalt in El Alto eine weitere halbe Stunde. Der Chauffeur laesst zwischendurch weitere Fahrgaeste einsteigen. Eigentlich waere eine Direktverbindung versprochen gewesen. Wir sind ziemlich sauer.
Ankunft um 13:00. Abfahrt Schiff nach Isla del Sol ist 13:30. Zum Hotel gehen wir zu Fuss; es ist nur ca. 500m. Einchecken und sofort zum Hafen. Wir haben schlechte Plaetze ganz zuhinterst im Schiff, wo es nach Benzin und Abgas stinkt. Spaeter sitzen wir aufs Dach, wo es auf dem Boden noch Platz hat.
Die Isla del Sol (zumindest die Suedseite) ist erschreckend touristisch. Die Kinder bleiben mit mir unten (bei den Eseln und Lamas). Die andern verlieren kein Wort ueber den Inka-Brunnen, also wird er wohl nicht so eindruecklich gewesen sein. Nach einer Stunde wieder aufs Schiff und zum nahe gelegenen Tempel. Meines Erachtens ist das nicht Inka-Werk, sondern aelter. Die Steine sind zu wenig genau behauen. Eine Viertelstunde Aufenthalt, dann wieder zurueck nach Copacabana.
Auf Igors Kopf finden wir Laeuse. Ich pfluecke etwa ein Dutzend und wir beschliessen, noch heute eine Kur zu machen. Bei der Suche nach einem Mittel treffe ich die Argenchilenen vom Bahnhof Uyuni wieder. Sie klaeren mich auf, dass Laeuse «piojos» heissen und ein natuerliches Gegenmittel «coacia». In der dritten Apotheke erhalte ich ein Mittel, das einfach ins trockene Haar eingearbeitet werden muss. Ich freue mich, haben wir doch in der Schweiz gute Erfahrungen gemacht mit einem solchen auf Silikon-Basis. Wir werden herb enttaeuscht. Die Basis ist Benzol und das Zeug brennt schrecklich an Hals, Stirne und Augen. Die Buben schreien eine halbe Stunde wie am Spiess und wir ueberlegen uns, einen Arzt zu rufen. Zum Glueck schlafen sie dann aber doch noch ein. Lisa und ich machen die Kur auch noch durch und merken, dass die beiden durchaus nicht simuliert haben. Die hatten wirklich Angst, dass ihnen etwas Schreckliches geschieht.
Um neun Uhr am zweiten Tag sollten wir die Sitzplaetze im Bus nach Puno reservieren. Erst suche ich lange nach der 6 de Junio, bis mir jemand sagt, dass die nicht selbst, sondern mit der Panamericana fahren. Die Dame von der Panamericana ist aber nicht im Bureau, auch nicht nach einer Viertelstunde. Nach dem Fruehstueck jedoch schon und sie verspricht, die Plaetze seien reserviert und der Bus sei von ihnen, nicht von der Manco Kapac. Die nette Dame von neben dem Hotel, die uns das Ticket fuer die Isla del Sol verkauft hat, meint, wir sollen mit einem Taxi um eins zum Bus fahren, denn die Plaetze seien bei weitem nicht reserviert sondern die ersten nehmen einfach die besten Plaetze. Das Treiben von neun Uhr und die Erfahrungen, die der nette Franzose von Sucre und Pososi machen mussten, geben ihr Recht. Wir machen uns auf etwas gefasst. Und es ist so: Wir muessen zum Bus gehen, was bei diesen Strassen und unserem Gepaeck nicht einfach ist, und auf unseren Plaetzen sitzen bereits Leute. Wir sind aber genug frueh, dass wir noch gute Plaetze haben. Alle rechts mit Blick auf den See, also noch besser als die reservierten. Oh Wunder, der Bus faehrt puenktlich ab.