Pto. Quijarro


Das Hostal Tamengo ist phaenomenal! Die Aussicht ueber den Rio Paraguay auf Corumbá ist super und das Gelaende – eine ehemalige Badeanstalt – ist weitlaeufig und gut gepflegt. Es ist als Hostal noch jung und hat Ausbaumoeglichkeiten. Der Jefe (Andrés) ist sehr nett und hilfsbereit. Die Angestellten uebrigens auch!

Am zweiten Tag muessen wir wieder nach Corumbá zurueck, um richtig einzureisen, weil das am Vortag wegen geschlossenem Grenzposten nicht moeglich war. Es gibt Probleme, weil Leos Einreisepapier nicht mehr auffindbar ist, aber nur kleine.

Die haben hier Hunde, einen neunmonatigen Boxer namens Ñato und seine Mischlingsfrau Perla, welche von ihm vor kurzem acht Junge gekriegt hat. Unsere Jungen sind hin- und hergerissen von den Hunden, denn die sind lustig, machen aber Angst.

Von der Reception her gesehen (beachte die Aussicht!) Der Pool ist phantastisch! hat sogar eine Rutschbahn (fuer Leo, Thoemu und Aeti) und ein Kinderbecken (fuer Igor).

Hier gibts uebrigens endlich wieder anstaendiges Internet, so dass ich die Stationen nach Puerto Iguazú nachtragen kann.

Morgen nehmen wir den Expreso Oriental nach Santa Cruz und wollen gleich weiter nach Samaipata. Die Unterkunft muessen wir uns jetzt noch gleich organisieren.

Im Lonely Planet wird Quijarro als «nur einige Barracken» beschrieben. Das stimmt definitiv nicht. Es ist ein rechtes Dorf mit Zentralplatz, Kirche, Bankomaten, Bahnhof und einigen Hotels. Viel zu sehen gibts tatsaechlich nicht, ausser der Aussicht von unserer Herberge aus. Die Infrastruktur im Dorf ist lausig. Strassen sind meist nicht asphaltiert und schlechter instandgesetzt als der Schwandweg nach einem grossen Gewitter. Post gibts keine. Laut Andrés liegt es daran, dass das Dorf von externen Geschaeftsleuten aufgebaut worden ist, die nichts als billig an- und teuer verkaufen im Sinn haben. Er engagiert sich offenbar auch in einer NGO, welche die einheimischen vor den negativen Folgen des projektierten Eisenerzabbaus schuetzen will.

Kleiner Exkurs: Migranten

Eliane, die eine der beiden Receptionistinnen, die sich jeweils abloesen, pendelt taeglich von Corumbá ueber die Grenze hierher. Ihr Mann (sie auch?) ist Kubanischer Deserteur. Er ist Arzt, darf hier in Brasilien aber nicht als solcher arbeiten, weil das kubanische Regime irgendwie durchgesetzt hat, dass Deserteure im Ausland nicht in ihrem angestammten Beruf taetig sein duerfen. Er hat jetzt eine Anstellung in einer Apotheke. Seine Schwester lebt in Spanien. Der Rest der Familie wollte ihr eigentlich nachfolgen, wurde aber in letzter Minute daran gehindert, weil Angehoerige von Deserteuren nicht ausreisen duerfen. Ich finde das ueberhaupt nicht lustig!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.